Die Idee, sich gegen die Gefahren des Alltags abzusichern, entstand schon vor vielen Jahrhunderten. Die ersten Haftpflichtversicherungen gab es schon im alten Babylon. Geschäftsherren mussten den Verlust tragen, wenn ihre Karawanen überfallen wurden und den königlichen Bestimmungsort nicht erreichten.

Im Mittelalter wurden unter Karl dem Großen Gilden gegründet, die z.B. bei Schiffbruch Hilfe leisteten und im 14. Jahrhundert kamen in Italien die ersten kaufmännischen Seeversicherungen auf.

Sie versicherten Schiffe und deren wertvolle Fracht z.B. gegen Piratenangriffe ab. Etwas später wurde die Wahrscheinlichkeitsrechnung entdeckt. Mit ihrer Hilfe konnte nun das Risiko kalkuliert werden, dass ein Schiff, den angestrebeten Hafen nicht erreicht oder einen wesentlicher Teil seiner Ladung vor der Ankunft einbüßt.

Zudem wurden Strategien entwickelt, um einen Totalverlustes weitgehend auszuschliessen:
Kostbare Güter wurden auf mehrere Schiffe verteilt.

Nichts Anderes sollten wir auch in der modernen Welt tun. Das Prinzip von damals hat sich bis heute nicht verändert. Es gilt immer noch das Motto: „Nicht alle Eier in einen Korb!“
Schlau ist also, wer sein Verlustrisiko auf möglichst viele verschiedene Strategien aufteilt.

Und welche Bereiche sollten ausser der Risikoverteilung bei einer Geldanlage noch beachtet werden?
Kunden nennen meist drei Eigenschaften, die das Produkt ihrer Wahl erfüllen soll: Rendite, Sicherheit und Flexibilität.

Das sich hier die Katze in den Schwanz beißt, ist den Kunden meist nicht klar. Die „eierlegende Wollmilchsau“, vereint in einem einzelnen Produkt, gibt es nicht. Man muss immer Abstriche entweder beim einen oder anderen Punkt machen. Immerwährende Flexibilität und eine hervorragende Rendite passen genauso wenig zusammen, wie eine hohe Rendite und hundert Prozent Sicherheit. Es ist nahezu unmöglich mit dem anvertrauten Geld erfolgreich zu „arbeiten“, wenn der Kunde immer und jederzeit darauf zugreifen können möchte.

Das Gleiche gilt, wenn alles, was ich einzahle zu hundert Prozent abgesichert sein soll. Es schmälert die Gewinnchancen erheblich, da der Anbieter zu wenig Geld gewinnbringenden Projekten zur Verfügung stellen kann, da er zu sehr damit beschäftigt ist, die versprochenen Garantien für den Kunden abzubilden.

Vielleicht spiegelt dieses Thema unseren Zeitgeist wider. Jeder möchte stets flexibel sein, jederzeit alles verändern können und auf nichts verzichten müssen. Und zudem soll alles genau vorhersehbar und planbar sein. Angesichts der „Niedrigzinsphase“ ist aber ein Umdenken erforderlich. Gängige Produkte funktionieren nicht mehr wie früher, alte Muster und Konzepte haben teilweise ausgedient. Der Kunde kann sich nicht mehr auf alt Ehrwürdiges verlassen, sondern muss sich aus seiner Komfortzone bewegen und die Bereitschaft entwickeln, sich auf Neues einzulassen. Wir befinden uns in einem „Reifeprozess“.

Aber: In jedem Problem ist die Lösung schon beinhaltet. Also keine Bange und Mut zum Kennenlernen von, für uns eventuell fremden Anlagegebieten und – möglichkeiten! Der Schlüssel zum Erfolg liegt damals wie heute in der richtigen Verteilung der Ressourcen, einer hervorragenden Produktkenntnis der verschiedenen Anlagen, gepaart mit dem gewissen „Quäntchen Glück“.

Dass man das gefürchtete Thema Risiko durch eine breite Streuung stark reduzieren kann, muss allerdings nicht heißen, dass jeder Anleger zig unterschiedliche Produkte abschließen und besparen muss. Dies würde unter Umständen den ein oder anderen Geldbeutel zu sehr strapazieren. Auch innerhalb einer einzigen Geldanlage gibt es oft mehrere Möglichkeiten, das Risiko zu verteilen. Ein optimales Finanzkonzept ist also für den kleinen Sparer wie auch für den Großunternehmer möglich.

Praktischerweise werden die gewünschten Produkteigenschaften „Rendite, Sicherheit und Flexibilität“ mit der breiteren Streuung auch gleich „mitgeliefert“:
Viele kleine Einsätze machen nicht abhängig vom großen Glück oder Pech einer einzelnen Anlage. Die Rendite wird sich auf lange Sicht auf einen guten Mittelwert einpendeln, und mit den unterschiedlichen Laufzeiten und Anlagestrategien, kann der Kunde viel flexibler auf finanzielle Durststrecken reagieren, wenn er nicht seine „Einzige“, sondern nur ein paar einzelne, kleinere Anlagen von den Beiträgen her herabsetzt oder eine Weile aussetzt. Zusätzlich kann er eventuelle Auszahlungen und Ausschüttungen in andere laufende oder neue Produkte reinvestieren.

Quellen: http://www.barmenia.de, www.versicherungs-geschichte.de, Bild: fotolia.com